Meine Berufungsgeschichte

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Das bin ich. Dieses Bild verwende ich gerne in Gemeinden und erzähle dann, dass ich so alt war, als ich wusste, dass ich Missionarin werde. Doch so ganz stimmt das nicht. Hast du dir wahrscheinlich auch schon gedacht. Aber so ganz weit ist das auch nicht hergeholt. Gott war für mich schon immer ein wichtiger Begleiter und ich kann mich noch gut an den Punkt erinnern, an dem ich Gott gesagt habe, dass er mit meinem Leben machen kann, was er für nötig hält. Da war ich noch nicht einmal in der Grundschule.

Ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass Gott mein Gebet ernst genommen hat und großes mit mir vorhatte.

Diese Entscheidung von vor über 20 Jahren darf ich auch heute noch so vertreten. Dieses Gebet hat damals mein Leben nicht groß verändert, denn ich habe davor schon mein Leben mit Jesus geführt.
Ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass Gott mein Gebet ernst genommen hat und großes mit mir vorhatte. Für mich war klar, dass ich mein GANZES Leben Gott gegeben habe.

Andere Mädchen in meinem Alter wollten Prinzessin werden, oft auch noch Schauspielerin oder Tierärztin, doch ich, ich wollte Missionarin werden oder Sängerin, doch das kam mir zu unrealistisch vor. Also Missionarin. Ich wusste einfach, dass Gott mich als Missionarin gebrauchen möchte. Ich wusste, dass ich irgendwann als Missionarin weggehen werde. Ich hatte die Sehnsucht danach, Menschen näher zu Gott zu bringen. Diese Sehnsucht hat sich auch immer wieder verstärkt. Natürlich habe ich nicht jeden Tag darüber nachgedacht, wie es dann sein wird, wenn ich Missionarin sein werde. Ich war ja auch noch ein Kind und habe eher überlegt, was ich mit meiner Schwester spielen will. Dennoch hat Gott mir diese Sehnsucht immer wieder geschenkt. Immer wieder wurden Missionare oder Missionsgesellschaften in die Gemeinde eingeladen und ich habe so eine große Sehnsucht verspürt, mit diesen Menschen mitzugehen, dass ich am liebsten meinen Koffer gepackt und mitgegangen wäre – aber auch mit 8 Jahren war ich mir bewusst, dass das nicht so einfach geht. Trotzdem hat sich genau das mein Leben lang durchgezogen. Diese Sehnsucht wurde von Mal zu Mal stärker.

Mit 14 Jahren stand für mich fest, dass ich irgendwann nach Asien gehen werde.

Ich habe mich damals viel mit meinem Äußeren auseinandergesetzt. Mir ist aufgefallen, dass ich als Einzige aus meiner Familie klein war. Selbst meine kleine Schwester, die 3,5 Jahre jünger als ich ist, war größer als ich. Ich war oft traurig darüber, weil ich nicht nur die Kleinste der Familie war, sondern auch in meinen Schulklassen. Meine Haare wurden von Blond immer dunkler und ich war die Einzige, die viel kleinere Augen hatte als meine Geschwister. Damals habe ich einen Bericht von einem Mädchen gelesen, die als Einzige braune Augen hatte und blaue wollte. Gott hat sie auch in die Mission berufen und es gab eine gefährliche Situation, bei der sie aufgefallen wäre, wenn sie blaue Augen gehabt hätte. Ich habe mich lange gefragt, ob das bei mir auch der Fall ist. Natürlich kann man nun sagen, dass es lächerlich wäre, deshalb zu denken, dass Gott auch mich in Asien möchte, aber damals habe ich das so geglaubt. Und Gott hat mich in meinem Gefühl bestärkt, denn seitdem habe ich das Gefühl, dass mir in Deutschland sehr häufig Asiaten begegnet sind. Außerdem wurde ich immer wieder von asiatischen Missionsgruppen nicht für eine Deutsche, sondern für eine Asiatin gehalten. Gott brauchte mir nicht mehrsagen – mir haben diese Gründe gereicht. Meine Sehnsucht und Liebe für Asien hat sich intensiviert.

Mein FsJ habe ich dann in Deutschland verbracht. Während meines FsJ wurde meine Liebe zu Deutschland immer größer und ich erkannte immer mehr, wie sehr die Menschen in Deutschland Jesus brauchen. Sie brauchen Hilfe. Mein Wunsch nach Mission im Ausland war zu der Zeit nicht so präsent. Ich dachte, dass Gott meinen Wunsch vielleicht nutzte, damit ich mich darauf vorbereite, aber mich eigentlich in Deutschland gebrauchen möchte.

…mir wurde deutlich, dass mein Aufgabenbereich nicht hauptsächlich darin liegt, dass ich andere Menschen, die Jesus noch nicht kennen, zu Jesus führe sondern, dass ich Christen in ihrem Glauben begleite, sie stärke und ausrüste

Am Marburger Bibelseminar habe ich mich dann persönlich mit dem Thema Mission auseinandergesetzt, weil ich Klarheit bekommen wollte, ob Gott mich im Ausland als Missionarin haben wollte oder in Deutschland. In mir drin wusste ich irgendwie, dass Gott mich irgendwann für eine Zeit lang in Asien haben möchte. Ich wusste nur nicht, wann und dass es nun so schnell geht, damit hätte ich nicht gerechnet.
Während meiner Ausbildung in Marburg wurde mir immer wieder bewusst, wofür Gott mich einsetzen möchte. Immer mehr habe ich mich als Ausbilderin verstanden, mir wurde deutlich, dass mein Aufgabenbereich nicht hauptsächlich darin liegt, dass ich andere Menschen, die Jesus noch nicht kennen, zu Jesus führe sondern, dass ich Christen in ihrem Glauben begleite, sie stärke und ausrüste. Vor allem möchte ich mich von Gott gebrauchen lassen, indem ich anderen Menschen helfe und sie zu ihm führe.

Nach meinem Studium habe ich überlegt, was ich machen möchte. Die Begleitung von FsJ-lerInnen hat mich immer angesprochen, weil es dazu gepasst hat, dass ich junge Menschen in ihrem Glauben begleiten möchte. Ich wusste, dass die Allianz-Mission jedes Jahr einen jungen Mitarbeiter sucht, der/die mit ein paar FsJ-lerInnen durch Europa reist, um dort Gemeinden zu unterstützen. Für mich klang das interessant und ich habe mich beworben. Während ich mich beworben habe, hatte ich schon das Gefühl, dass die Europatourleitung eigentlich nicht das ist, was Gott von mir möchte.

Mir war eigentlich sofort klar, dass ich „ja“ sage und es das Richtige für mich ist.

Ich wurde zum Bewerbungsgespräch eingeladen und irgendwie wusste ich, dass mir eine andere Stelle angeboten werden wird. Am Ende saß ich da im Bewerbungsgespräch und dachte, dass die Stelle der Europatour schon zu mir passt, aber auch, dass es nicht das Richtige war. Am Ende des Gesprächs wurde mir dann gesagt: „Nina, ich habe noch ein anderes Anliegen“. Ich wurde total aufgeregt. Dann wurde mir die Leitung der Jüngerschaftsschule in Manila vorgeschlagen. Ich war mir erst nicht ganz sicher, wo Manila ist. Nachdem ich mitbekommen habe, dass es auf den Philippinen ist, war ich noch überraschter. Die Philippinen hatte ich all die Jahre nicht auf meinem Schirm. Trotzdem hat alles zu meiner Berufung gepasst. Wenn man sich meine Lebensgeschichte anschaut, dann wird denke ich deutlich, dass Gott mir da eigentlich nicht die Möglichkeit gegeben hat „nein“ zu sagen. Mir war eigentlich sofort klar, dass ich „ja“ sage und es das Richtige für mich ist. Ich habe trotzdem zwei Wochen intensiv mit Gott, meinen Freunden und meiner Familie geredet. Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen. Nach den zwei Wochen Bedenkzeit sagte ich der Allianz-Mission zu. Nach mehreren Bewerbungsverfahren wurde ich im April 2020 offiziell bei der Allianz-Mission angenommen.