Ein ganz besonderes Weihnachten

Ein ganz besonderes Weihnachten

Als ich noch in den Kindergottesdienst gegangen bin, haben wir in der Adventszeit nicht nur über die Weihnachtsgeschichte gesprochen, sondern auch, wie Weihnachten in anderen Kulturen gefeiert wird. Eine Sache ist mir besonders hängen geblieben. Uns wurde ein Bild von einem Strand gezeigt (ich glaube es war Brasilien?), die Menschen auf dem Bild haben Weihnachten am Strand in der Hitze gefeiert. Für mich damals unvorstellbar. Wie kann man denn ein Weihnachtsgefühl haben, wenn es heiß ist? Weihnachten ohne Schnee? In Deutschland wünschen wir uns doch alle weiße Weihnachten. Trotzdem wollte ich, seitdem ich ein kleines Kind war einmal erleben, wie andere Menschen Weihnachten feiern. Einmal in der Hitze.

Jetzt bin ich hier auf den Philippinen und durfte Weihnachten mal anders verbringen. Ich möchte euch etwas mit hinein nehmen, wie mein erstes Weihnachten weit weg von meiner Familie hier auf den Philippinen war.

Schon als ich im September aus dem Flugzeug gestiegen bin, lachten mich strahlende Lichter und Weihnachtsdeko an. Im September wird hier schon angefangen zu schmücken. Die Malls sind voll mit Weihnachtsbäumen, die Häuser sind geschmückt. Die Bäume sind natürlich nicht echt, sondern aus Plastik. Die Dekoration besteht aus vielen bunten Lichtern, Weihnachtskugeln und Schmuck aus Muscheln oder Sterne aus Plastikflaschen. Kurz vor Weihnachten durfte ich dann ein paar Weihnachtsfeiern besuchen. Filipinos spielen, essen  und haben Gemeinschaft, aber Geschenke fehlen auch hier nicht. Etwas, dass es auf jeder Weihnachtsfeier gab, ist Pancit, ein Nudelgericht, es steht für ein langes Leben und darf auf keiner Feier fehlen.

Mein persönliches Weihnachten war keine große Feier. Ein paar Tage vor Weihnachten fegte ein Taifun über die Philippinen, was meinen Urlaub verschob, aus diesem Grund durfte ich dieses Jahr Weihnachten tatsächlich am Strand feiern. Das Weihnachten war, konnte ich gar nicht richtig realisieren, da ich natürlich keine Weihnachtsdeko mitgenommen habe. Am Vormittag war ich also im Meer und haben ein schönes Weihnachtsgeschenk von Gott bekommen. Ich durfte eine Meeresschildkröte in ihrem natürlichen Lebensraum sehen und über ihr schwimmen. Am Nachmittag haben meine Kollegen und ich uns auf Weihnachten eingestimmt. Gemeinsam spiele gespielt und gegessen. Bei uns gab es kein Pancit, dafür aber Hühnchen und Reis. 

Es ist komisch in einer völlig anderen Kultur Weihnachten zu feiern, aber es ist auch schön. Ich glaube, was es für mich komisch gemacht hat ist, dass ich mich an Weihnachten wieder so fremd und einsam gefühlt habe. Aber wie schön ist es Weihnachten neu und anders zu erleben. Traditionen kennen zu lernen und eigene Traditionen beibehalten. Ich empfinde es als einen Segen. 

Schon als Kind habe ich Weihnachtslieder immer im Sommer gehört, weil ich da mehr in Weihnachtsstimmung war, als im Winter. Wahrscheinlich hat Gott mich schon früher darauf vorbereitet, dass ich eines Tages Weihnachten in der Hitze verbringen werde.

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