Der richtige Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt

Vor ein paar Wochen wurde ich interviewt und gefragt, warum ich genau jetzt ausreise und nicht früher oder später. Meine Antwort war, weil es gerade der perfekte Zeitpunkt ist. Ganz rational gedacht stimmt das auch. Doch manchmal frage ich mich, ist wirklich genau jetzt der richtige Zeitpunkt? Wenn ich das entscheiden könnte, dann sicherlich nicht. Doch Gott zeigt mir immer wieder, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt ist. Manchmal fühle ich mich noch nicht erfahren genug, in die Mission zu gehen, ich fühle mich so klein und hilflos. Außerdem habe ich dadurch auch oft das Gefühl, dass ich nicht gut genug für die Aufgabe bin, die Gott mir gegeben hat und dass es einige Menschen gibt, die deutlich besser dafür sind, als ich es bin. Und wenn ich in die Bibel schaue, dann entdecke ich dieses Phänomen sehr oft. Die erste Person, die einem einfällt, ist Mose. Aber eigentlich fühle ich mich sogar noch viel mehr mit Jeremia verbunden. Wenn ich lese, wie Gott ihn beruft, dann kann ich mich so sehr in ihn hineinversetzen.

4 Und des HERRN Wort geschah zu mir: 5 Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker. 6 Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. 7 Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. 8 Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei dir und will dich erretten, spricht der HERR. 9 Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.

Jeremia 1, 4-9

Vers 5 zeigt mir, dass Gott uns seine Berufung schon im Mutterleib gegeben hat. Und das durfte ich ja auch erfahren. Wenn du zu meiner Berufungsgeschichte mehr lesen möchtest, dann schau mal unter Meine Berufungsgeschichte, da schreibe ich darüber. Aber mich ermutigt der Vers trotz meiner Berufungsgeschichte sehr. Wie cool ist das denn, dass Gott noch als wir im Leib unserer Mutter waren einen Plan für uns hatte! Da merkt man mal wieder, wieviel wir Gott eigentlich wert sind. Vers 6 spricht ungefähr meine Gefühle aus. Jeremia hat das Gefühl, dass er nicht gut genug ist, weil er zu jung ist. Ich fühle mich auch oft so, dass ich nicht gut genug bin, weil ich sehe, was für Erfahrungen andere haben, die älter sind als ich. Ich sehe die Gaben anderer und denke mir, warum ich Gott? Warum gerade ich? Wäre jemand anderes nicht besser als ich? Und Gott antwortet mir und auch Jeremia. Er sagt uns, dass wir nicht zu jung oder unerfahren sind, sondern dass er uns gebrauchen möchte. Genau uns. Wie Gott es Jeremia sagt, genau so habe ich mich auch gefühlt, als mir die Stelle in Manila angeboten wurde. Oder findest du, dass was Gott Jeremia sagt lässt ein nein zu? Ich finde nicht und so ging es mir auch, dass ich das Gefühl hatte, dass Gott ein „Nein“ nicht zulässt. Als nächstes kommt Gottes Versprechen. Wie er es immer tut. Und ich glaube, dass wir oder auf jeden Fall ich dieses Versprechen oft vergesse. Zu meiner Berufungsgeschichte gehört eben dieses Versprechen. Gott ist bei mir. Und ich muss mich nicht fürchten. Amen! 

Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund. 

Jeremia 1, 9

Gott streckt sich nach mir und nach uns aus und sagt, dass wir mit unseren Gaben nicht alleine sind, sondern, dass er in uns ist und uns gebraucht. Bei Jeremia geht es um die Worte, um das Predigen, bei mir geht es um predigen, mit Menschen umgehen und leiten, bei dir geht es um andere Dinge. 

Gott hat uns Gaben von Beginn unserer Zeit gegeben und möchte uns gebrauchen, wir brauchen uns nicht zu klein und unbegabt vorkommen, denn Gott sendet uns zur richtigen Zeit. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um auf Gottes Stimme zu hören, denn Gott verspricht uns, dass er uns nicht alleine den Weg seiner Berufung gehen lässt, sondern mit uns geht, wie er uns begabt und befähigt hat.

Amen!

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